Donnerstag, 16. September 2010

A L C A T R A Z

Montag, 13.9.2010: Alcatraz Island/USA-Kalifornien
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Als ich vor die Türe des Hostels trete stelle ich fest, das mein Motorrad noch immer da ist. Ich könnte es auch für zirka 15,- bis 20,- Dollar pro Nacht einstellen lassen.


Gleich um die Ecke steht ein Polizeiato mit einer richtigen Lichtorgel am Dach. Das Sirenengeheul der Polizeiautos hört man an bestimmten Orten fast die ganze Nacht.
 
Die Gegend in der sich mein Hostel befindet ist gerade an der Grenze von Nobelviertel zum Slum. In der Nacht kommen die finstersten Gestalten aus ihren Löchern und gehen dich auf der Strasse an.
 
 
Zum Glück bin ich kein ängstlicher Mensch und gehe auch direkt auf solche Menschen zu, aber auf manche Begegnungen kann ich gerne verzichten.
 
Heute nehme ich mir das ursprünglich härteste Gefängnis der vereinigten Staaten vor - Alcatraz.

Einen Häuserblock weiter ist schon die POWELL STATION. Von hier komme ich direkt mit dem Cable Car an den Pier. Es warten so viele Touristen, dass ich mich für die normale Strassenbahn entscheide.
 

Knapp vor 12 Uhr erreiche ich den Pier 32 - Alcatraz Landing.


Bevor es aufs Schiff geht werden alle Passagiere fotografiert. Ein Foto (vor einen Foto der Insel) wird bei der Rückkehr dann um $ 22,- angeboten, fast so viel, wie der ganze Ausflug kostet ($ 26,-).


Und dann geht es auf das Schiff. Die Überfahrt dauert nicht sehr lange und so wird die Insel am Horizont immer grösser.



Wir nähern uns von der östlichen Seite und legen an.


Auf einer Tafel wird die gesamte Anlage des Hochsicherheitsgefängnisses beschrieben.


Infolge des Andrangs an Schiffen, ausgelöst vom Goldrausch im Jahre 1848, und vieler, aufgrund unzureichender Kenntlichkeit und der starken Nebelbildung gesunkenen Schiffe wurde 1852 der erste Leuchtturm auf Alcatraz errichtet.


Damit war der Turm der erste Leuchtturm im gesamten amerikanischen Pazifikbereich. Am 1. Juni 1854 wurde der Leutturm in Betrieb genommen.


Danach begann die militärische Nutzung mit dem Bau von Fort Alcatraz von 1853 bis 1859, das für Kriegsgefangene ab 1861 zum ersten Mal als Gefängnis diente.


Zwischen 1870 und 1900 wurde es vor allem für die Inhaftierung von FIRST NATIONS verwendet, die sich weigerten ihre Kinder in die staatlichen Schulen zu schicken.


Die Leichenhalle mit dem Seziertisch.


Der Wasserturm, der auch in dem Kinofilm THE ROCK mit Sean Connory eine besondere Rolle spielt.


Historisches Foto aus dem Zellentrakt- Gebäude. Zwischen 1934 und 1963 waren hier 1.576 Personen gefangen gehalten, bewacht von 90 Aufsichtspersonen. Es gab eine Brochüre mit 53 Regeln, die strengstens einzuhalten waren.

Es gab 14 Ausbruchsversuche, bei denen 4 Wachpersonen ihr Leben lassen mussten.



 Hier wurden die Häftlinge entkleidet, genauestens untersucht, anschließend geduscht und dann die Anstaltskleidung ausgegeben.


Ausgestattet mit einem Headset geht es zum Zellenbereich im Hauptgebäude.

Während der 29 Jahre dauernden Nutzung gelang offiziell niemandem der Ausbruch aus dem Gefängnis.

Alle 14 Versuche waren entweder erfolglos oder endeten tödlich, da die Flüchtigen entweder erschossen (6) wurden oder im eiskalten Wasser (übers Jahr 10°-12° Celsius) der Bucht von San Francisco ertranken.


Unheimlich ist es hier! In kleine Käfige gepfercht, die kleiner sind als meine Betten in den Motels wurden die Schwerverbrecher eingesperrt.


Über eine schmale Treppe durften die Häftlinge bei guter Führung in den Innenhof.




Hier waren einige der gefährlichsten Verbrecher Amerikas eingesperrt wie AL CAPONE, MACHINE GUN KELLY, ARTHUR BARKER, ALVIN KARPAVIC, der Vogelmann ARTHUR STROUD dessen Lebensgeschichte verfilmt wurde, ELLSWORTH JOHNSON und viele weitere mehr.





Im Mai 1946 kamen bei der sogenannten Schlacht um Alcatraz drei Täter und zwei Gefängniswärter ums Leben. Sechs Sträflinge hatten mehrere Wärter überwältigt und als Geiseln genommen.

Nach mehrtägigen Verhandlungen überwältigten die zur Unterstützung der Polizei alarmierten Marines unter Einsatz von Handgranaten und Schusswaffen die Aufständischen.


Dieser Schlüssel und der oben gezeigte Stangenspreizer spielten dabei eine entscheidende Rolle.


Am 11. Juni 1962 verschwanden die Insassen Frank Morris und die beiden Brüder John und Clarence Anglin aus ihren Zellen, ein vierter Mann musste aus Zeitgründen zurückgelassen werden.

Die drei Männer konnten sich ihren Weg durch die Belüftungsgitter der Zellen freigraben, da der von Salz und Feuchtigkeit stark angegriffene Mörtel brüchig geworden war und daher mit dem in die Zellen geschmuggelten Essbestecke aus massivem Stahl leicht wegzukratzen war.


Sie gelangten über den Lüftungsschacht und das Dach des Zellenblocks schließlich nach außen und verschwanden dann mit einem Schlauchboot, das sie mithilfe von Regenmänteln und Klebstoff selbst gefertigt hatten.

Ihr Verschwinden wurde erst am nächsten Morgen bemerkt, da sie Gesichtsatrappen angefertigt hatten. Als dies bemerkt wurde hatten sie bereits einen Vorsprung von über neun Stunden.


Vermutlich sind sie in der Bucht ertrunken. Teile des Schlauchbootes und der Schwimmhilfen wurden an Land gespült bzw. von Fischern geborgen.

Die Leichen selbst wurden nie gefunden, was für die Bucht mit ihrer starken Strömung auf den offenen Pazifik hinaus nicht ungewöhnlich ist. Das Gerücht der erfolgreichen Flucht hält sich trotzdem. Manche Leute sagen, sie seien ertrunken, andere sagen, sie hätten es geschafft und fingen ein neues Leben an.


Die Untersuchung des FBI zum Fall vermutet aufgrund weiterer Fakten ersteres, allerdings jeweils ohne abschließende Beweise. Fakt ist aber, dass bis zum heutigen Tag keiner der drei Flüchtigen jemals wieder verbindlich gesehen wurde.

Die Geschichte wurde später als Vorlage für den Film Die Flucht von Alcatraz mit Clint Eastwood genutzt.

Nach der Schliessung wurde sie ab dem 20. November 1969 von einer Gruppe junger Indianer besetzt, die ein Rückgabe forderte.

Die Besetzung dauerte bis zum 11. Juni 1971. An dem Tag riegelte die Küstenwache die Insel ab und etwa 30 FBI-Agenten brachten die indianischen Aktivisten, ohne auf Widerstand zu stoßen, aufs Festland.


Als ich die Gefängnisinsel wieder verlasse atme ich einmal ganz tief durch und freu mich meines Lebens und meiner Freiheit!

Kommentare:

  1. Kannst ja froh sein das sie dich nicht behalten haben,schwimmen eher schwierig.

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  2. *** Alles Liebe zum Geburtstag, Josua ***

    Elisabeth, Gerhard, Sander, Nina
    Team moneypower Mistelbach

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  3. Hello mein lieber Josua!
    Nachdem, dass dein letzter Eintrag/Kommentar ist wünsche ich dir alles liebe zum Geburtstag. Mögen sich alle deine Träume, Ziele und Visionen so verwirklichen wie du es dir vorstellst und dass du von deiner Motorradreise wohl behütet zurück kommst.

    Lukas

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  4. Alles Gute zu Deinem Geburtstag
    Corina und Herbert

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