Sonntag, 19. September 2010

BESTOHLEN IN SANTA CRUZ

Donnerstag, 16.9.2010: Santa Cruz/USA-Kalifornien
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Heute heißt es Abschied nehmen von SAN FRANCISCO. Die Servicemanagerin, DEBRA von SCUDERIA WEST hat gestern Nachmittag ein paar Mal mit mir telefoniert bzw. gemailt.

Die Benzinpumpe ist doch defekt und die hintere Bremsscheibe ist auch noch auszutauschen. Die KTM wird so gegen Mittag fertig sein.

Ich gehe zu Fuß noch einmal ins Stadtzentrum.


In der Stadt ist immer Vollgas, egal zu welcher Uhrzeit, es ist immer was los. Zuerst plündere ich eine Bank aus. Die beste Möglichkeit zu Geld zu kommen ist die Bankomatkarte.


In den USA kann man bis zu US$ 500,- beheben. Dafür fallen Spesen der amerikanischen Bank zwischen $ 0,- und $ 3,50,- an. Dazu kommen noch geringfügige Spesen der österreichischen Bank.


 
Ich kaufe mir in einer Bäckerei ein frisches Weckerl und einen Caffee Latte und setze mich vor das Lokal.
 
Gegenüber hat sich ein Bettler positioniert. Genau zwischen einem Parkhausausgang und einem Juwelier.
 
 
Ich bin um 13:00 Uhr bei SCUDERIA WEST. Mein Baby ist fertig und steht schon bereit.

Für die Rechnung dauert es noch etwas. In der Zwischenzeit bespreche ich mit dem Mechaniker noch ein paar Details.

 
 Debra, die Servicemanagerin ist ein Hammer. All die Tage war sie total bemüht und hat alle Details zuverlässig und sehr bemüht erledigt.
 
Ich bekomme den alten Schlauch vom Hinterreifen mit. Für vorne habe ich einen neuen Ersatzschlauch gekauft.
 
 
Ich habe mir hier ein komplettes Servicepaket gekauft, sollte ich in der südamerikanischen Wüste irgendwo einen Platten haben mit Ersatzschläuchen, Klebern, 2 Montiereisen und elektrischer Pumpe.

Der Chef, DON hat mir theoretisch erklärt, wie der Reifenwechsel funktioniert – bin schon gespannt, wie das dann in der Praxis funktioniert.

Ich zahle mit Kreditkarte und fahre dann noch einmal zu einem Outdoorshop. Hier habe ich mir am Dienstag ein Zelt und eine Liegematte gekauft.

Heute besorge ich mir noch einen wetterfesten Seesack um die ganzen Dinge zu verstauen.
 
Inzwischen habe ich ja doch schon ganz schön aufgerüstet. Ich habe ein Topcase, zwei wetterfeste Transporttaschen und einen Tankrucksack – den habe ich in Österreich nicht mehr rechtzeitig geliefert bekommen. Hier in San Francisco war er lagernd.


Ich fahre den HIGHWAY NR. 1. Hier fährt man entlang der Steilküste nach Süden.

Diese Strecke wurde mir von mehreren Leuten empfohlen, weshalb ich dann erst einen Tag später in den Yosemite Nationalpark fahre.


Es dauert etwas, bis ich aus der Stadt raus gefunden habe. Es ist dichter Nebel und zu Beginn sehe ich relativ wenig von der Küste.



Je weiter südlich ich komme, um so mehr klart es auf.


Ich hätte Lust ins Wasser zu springen. Nachdem ich aber erst um 15:00 Uhr aus San Francisco los bin, möchte ich heute zumindest noch bis SANTA CRUZ kommen.


Vor mir prästentiert sich eine wunderschöne Felsenküste. Die Hostelaner und DON haben nicht zu viel versprochen.


Nach 6 Tagen Pause in San Francisco macht das BIKEN heute verdammt viel Spass, auch wenn man mir das am Foto nicht ganz ansieht.


Ich bin noch am Überlegen, ob ich in Santa Cruz übernachte, oder noch einige Kilometer zusätzlich mache.


Das ist das schöne beim Motorradfahren, wenn man alleine unterwegs ist. Man ist flexibel, wenn es einem wo gefällt, bleibt man einfach, egal wie die Etappenplanung vorher war.

In einer Bucht sehe ich eine Gruppe von Kitesurfern.


Es folgt eine schöne Bucht nach der anderen.


Als ich in SANTA CRUZ ankomme, weiß ich, das ich heute hier übernachten werde. Eine schöne, kleine Stadt mit alten Holzhäusern und einem wunderschönen Sandstrand.

Das Hostel habe ich rasch gefunden und bin begeistert. Es ist fast direkt am Strand gelegen, sehr sauber und hat einen eigenen Flair.


Das hier ist das krasse Gegenteil zu San Francisco. Ich teile mir ein Zimmer mit einem Pärchen aus Salzburg.

Nach dem Umziehen fahre ich ins Stadtzentrum und sehe, das die Stadt doch nicht so klein ist. In einer Pizzeria bestelle ich mir ein gut gekühltes, frisch gezapftes Bier.

Ich sitze im Freien, im beheizten Gastgarten. Mein Motorrad habe ich vor dem Lokal abgestellt.



Mein erster richtiger grüner Salat mit Essig und Öl ohne Majonaisepampe – dafür mit Salami und Schinken. Er schmeckt köstlich.


Nach dem Essen will ich noch an den Strand runter fahren. MEIN MOTORRADHELM IST WEG!

Das ist jetzt aber nicht wahr!!! Wer klaut einen gebrauchten Motorradhelm?

Ich frage ein paar Passanten, ob sie was gesehen haben – NEIN. Den Kellner vom Nachbarlokal- NEIN. Einen Schwarzen, der gegenüber auf einer Bank sitzt – der fühlt sich gleich selber angegriffen, als würde ich ihn verdächtigen. NEIN, er hat nichts gesehen.


Ich gehe zurück ins Lokal und rufe den Notruf 911. 15 Minuten später ist die Polizei da und nimmt alle Daten auf. Der Motorradhelm war seitlich am Sturzbügel befestigt.


Wie groß meine Chancen seien, das der Helm wo auftaucht? Mmmhh, eher gering, außer in einem der Gebrauchtwarenläden – NA SUPER. Das hat sich ausgezahlt. ich lasse mir die Adressen dieser Läden geben.

Die Polizei meldet sich bei mir, wenn inzwischen der Helm auftauchen sollte.

Ich fahre die Straße entlang und schaue ob ich zufällig jemanden mit meinem Helm sehe, glaube aber nicht richtig daran. Es ist inzwischen zu viel Zeit vergangen.


Da sehe ich einen Sandler, der an einer Angel einen Pappbecher befestigt hat und damit die Leute anbettelt. Mir kommt eine Idee.

Ich halte an und frage ihn ob er einen weißen Motorradhelm gesehen hat – natürlich NEIN. Ich frage ihn, ob er mir helfen kann meinen Helm wieder aufzutreiben und verspreche ihm 20 Bucks.

NO PROBLEM - WE WILL FIND HIM. Er kann mir helfen und ruft ein anderes Mädel, das auf einem Fahrrad verschwindet. 3 Minuten später ist der Helm wieder da. SO EINE SCHWEINEBANDE!!!

Angeblich hat ihn der Bruder von dem Mädchen gestohlen. Es tut ihr eh sehr leid.

Ich halte mein Versprechen und gebe dem Angler, und dem Mädel je US$ 10,- auch wenn es mir widerstrebt, Diebstahl auch noch zu bezahlen.


Auf der anderen Seite hätte mir ein neuer Helm ca. US$ 250,- bis 300,- gekostet. Da kann ich die 15 Euro gerade noch verkraften.

Anschließend unterhalten wir uns ganz nett. Jeder erzählt mir so seine Lebensgeschichte. Inzwischen ist auch noch eine dritte Person in Krawatte dazugekommen. Wir rauchen gemeinsam eine Zigarette


Ich mache ein Foto von den Dreien. Da stoßt auch noch eine vierte Person zu uns. Er bietet mir eine Crackpfeife an – nein danke. Die anderen ziehen sich das Pfeiferl rein.

Der Krawattenjuncky hatte eine Freundin aus sehr vermögendem Haus. Das reiche Leben war aber nichts für ihn und seither reist er durch Amerika. Hier in Santa Cruz ist es schön, er war schon ein paar Mal hier.

Zum Abschied zeigt er mir noch sein Hals- Tattoo.


Damit geht mein erster Diebstahl noch so halbwegs gimpflich aus. Das das nicht immer so sein wird ist mir bewusst und die aktuellen Nachrichten aus Mexiko mit beraubten Touristen und 22 Toten lassen nichts Gutes erwarten.

Wie auch immer, ich freue mich auf mein morgiges Ziel, den Yosemite Nationalpark.

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